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Wenn man
weiß, dass Perry Robinson seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne
steht und etwa mit Archie Shepp, Dave Brubeck und Charlie Haden
zusammenspielte, ist die Richtung vielleicht deutlicher: Ungewöhnliche
Arrangements rarer Kompositionen mit viel Blues und Swing.
Perry
Robinson, der heute als musikalischer Vorgänger und Wegbereiter
von Don Byron genannt wird, ist eine lebende Legende. Das Quartet
mit Ed Schuller - bass und Ernst Bier - drums existiert seit 1984,
Pianist und Sänger Christoph Adams, der Simon Nabotov ersetzte,
ist seit 1998 dabei.
Perry
Robinson
Perry Robinson
- Clarinet
Die New York Times (Robert Palmer) nennt ihn den begnadetsten Klarinettisten
im Modern Jazz. Er wurde vom International Jazz Critics Poll des
amerikanischen Musikmagazins Downbeat von 1967-84 als Klarinettist,
der mehr Beachtung finden sollte, acht Mal auf Platz 1 gesetzt.
Etwa 40 Platten nahm er in seiner Musikerlaufbahn auf, die schon
früh in seinem Elternhaus begann. Sein Vater Earl Robinson ist in
den USA ein berühmter Komponist für Filmmusik, Opern und populäre
Musik (Joe Hill / The House I live in / Ballad For Americans). Bis
1959 hatte Perry, zwischen Klarinette und Saxophon wechselnd, hauptsächlich
Folkmusik gespielt. Dann jedoch bekam er ein Stipendium für die
Lennox School of Jazz und konzentrierte sich ganz auf die Klarinette.
Dann studierte er für ein Jahr in New York an der Manhattan School
of Music.
Perry
Robinson
Bevor ihn die
Armee in der 79th Army Band nach Panama schickte, nahm er 1962 seine
erste Platte unter eigenem Namen auf. Paul Motian -dr, Kenny Baron
-p und Henry Grimes -b waren seine Mitmusiker auf "Funk Dumpling",
die auf dem Prestige-Label Savoy erschien. Nachdem sie jahrelang
ein begehrtes Sammlerobjekt war, wurde die Platte 1987 von Muse
Records wieder veröffentlicht.
Als die Armee
Perry wieder entließ, war die Free Jazz Revolution gerade voll ausgebrochen.
Er ging nach New York, wo er sofort mit Archie Shepp und auch mit
der New Wave Jazzcompany Platten aufnahm. Perry wurde ein Paradiesvogel
der New Yorker Loftscene, und Jahre intensivsten Schaffens folgten.
Vor allen Dingen
seine Arbeit mit Dave Brubeck (1971-74) und mit der Gunther Hampel
Galaxie Dream Band sowie die Platten mit dem Charlie Haden Liberation
Orchestra, Escalator over the Hill und mit Ray Anderson, machten
ihn auch in Europa zu einem gefragten Klarinettisten. 1984 gründete
Perry dann mit dem Schlagzeuger Ernst Bier, dem Bassisten Ed Schuller
und dem Pianisten Simon Nabatov das Perry Robinson Quartett. Es
folgten Konzerte und Tourneen in den USA und der Karibik, sowie
zahlreiche Clubgastspiele in New York (u.a. Blue Note, Fat Tuesdays).
1987 fand die erste Tournee des Quartetts in Europa statt. 1989
erscheint nach 27 Jahren die zweite Platte unter Perrys Namen: "Nightmare
Island", eine digitale Live-Aufnahme vom Leverkusener Jazzfestival
1988. Im Sommer 1990 folgte die CD "Call to the Stars" (Westwind
/ ITM) und 1996 die CD "Angelology" (Timescraper). Seit 1998 ist
der Pianist Christoph Adams Mitglied des Quartetts und im Januar
2003 erschien "Still Traveling" (West Wind).
Perry Robinson
- M. Fitzgerald Bio - Disco - graphie
http://www.jazzdiscography.com/Artists/Robinson/perry.htm
Jazzdimensions
- Perry Robinson plays the US - by Matt Snyder
http://www.jazzdimensions.de/reviews/concerts/2000/p_robinson_us.html
Amazon.de:
Detailseite: Perry Robinson: The Traveler
http://www.amazon.de/exec/obidos/
Christoph
Adams - Piano
Christoph studierte 1986-95 Jazzpiano an der Musikhochschule Köln
bei Jiggs Whigham und John Taylor. Er bestand seinen Abschluß mit
Auszeichnung. Er machte Konzerte und Tourneen in Europa, Westafrika,
Rußland, USA und Kuba mit Woody Shaw, John Taylor, Lew Soloff, Lonnie
Plaxoco u.a.. Er arbeitet hauptsächlich als Pianist, aber auch als
Komponist, Arrangeur und Sänger. Seit 1990 ist er kontinuierlich
tätig als Bandleader von Pianotrios, mit denen er seine Kompositionen
vorstellt (Produktionen für WDR, NDR, SR). 1997 erschien die CD
"Christoph Adams Trio" mit Ed Schuller und Ernst Bier (New Morning
Records). Seit 1995 arbeitet er als Solo-Pianist (Veröffentlichung
von 2 CDs).
Ed Schuller
- Bass
Er studierte Musiktheorie, Klarinette und Bass bei David Levenson
vom Cleveland Symphony Orchestra (1970-72) sowie Bass bei Larry
Wolf vom Boston Symphony Orchestra (1972-74). Später absolvierte
er das New England Conserva-tory of Music in dem Fach afro-amerikanische
Musik. Er bereiste Europa mit den Bands von Paul Motian, Tim Berne,
Eric Watson, Armen Donelian, Marty Cook, Jim Pepper und Mal Waldron.
In den USA spielte er mit Pat Martino, Barry Miles, Jaki Byard,
Lee Konitz, Sal Nistico, Clark Terry, Kenny Clark, Red Rodney, Julius
Hemphil, Karl Berger - um nur einige zu nennen. Bei über 30 LP-
und CD-Produktionen arbeitete er mit Bill Frisell, Joe Lovano, Jim
Pepper, John Scofield, Billy Hart, Simon Nabatov, Herb Robertson
u.v.a.. Als Bandleader nahm er seit 1991 mehrere CDs auf (u.a.:
"The Eleventh Hour", TUTU; "Mu Point", TUTU; "To Know Where One
Is", Power Bross) Mit Simon Nabatov als Co-Producer spielte er die
CD "Inside Looking Out" (TUTU) ein.
Ernst Bier
- Drums
1974-76 Studium an der Swiss Jazzschool mit Billy Brooks, 1982 mit
Charlie Persip und Vernell Fournier in New York und 1984 in Florida
mit Elvin Jones. 1977-81 Lehraufträge für Schlagzeug und improvisierte
Musik an den Universitäten von Göttingen und Kassel. Von 1976-82
Auftritte, Produktionen und Platten mit u.a. Allan Praskin, Jack
Gregg, Chet Baker, Mal Waldron, Attila Zoller, Lou Blackburn, Herb
Geller, Paolo Radoni und Don Friedman. 1982 Übersiedlung nach New
York und dort Auftritte sowie Produktionen mit u.a. Ted Curson,
Junior Cook, Joe Lovano, Ron McClure, Ricky Ford, Reggie Workman,
Ray Anderson und Lester Bowie. Seit 1987 wieder wohnhaft in der
BRD und seitdem Tourneen, Produktionen und Platten mit u.a. der
Sweet Georgia Brown Tap Dance Show, Mack Goldsbury, Jim Snidero,
Charles McPherson, Dave Pike, Ron McClure, Billy Bang, Frank Möbus,
John Schröder, Conny Bauer, Walter Norris, Karl Berger und Herb
Robertson.
Das sagt die Presse:
Den Atem durch
die Klarinette strömen lassen [...] mit Bravour erschaffen die Musiker
einen äußerst durchsichtigen, manchmal geradezu kammermusikalischen
Gruppensound. Schlagzeuger Ernst Bier spielt dezent und doch wirkungsvoll,
der poetische Pianist und gelegentliche Sänger Christoph Adams läßt
der Musik Raum, wodurch der virtuose Bassist Ed Schuller im Gruppenklang
immer präsent ist. Durch Perry Robinsons Klarinettenspiel bekommt
die Musik eine ganz eigene Note. Nach einem so schönen Konzert fragt
man sich: Warum fristet die Klarinette so ein Schattendasein im
modernen Jazz ?
Göttinger
Tageblatt
Hörerlebnis
für Gourmets - Perfekte Interaktionen [...] stilistisch bewegt sich
das Quartet völlig frei und unterliegt keiner ideologischen Zwangsjacke.
Zwischen Blues und BeBop mischt sich undogmatisch freie Atonalität.
Schuller streicht seinen Bass schon mal "klassisch" mit dem Bogen
und durch Unisono-Spiel zwischen Klarinette und Bass oder Klavier
entstehen überraschende und neuartige Klangeffekte. Dieses Konzert
war eine Mischung aus gekonnter Interaktion und hoher Intuition,
aus Intelligenz und Gefühl. Die lebendige Urwüchsigkeit dieser Improvisationen
auf höchstem Niveau war ein spannendes, lustvolles Erlebnis, und
daß tatsächlich keiner irgendwie abfiel, war ein geradezu perfekter
Genuß der ganz besonderen und seltenen Art.
Pforzheimer
Zeitung
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